Das Bornavirus wurde bereits vor mehr als 200 Jahren entdeckt und ist ein einzigartiges Virus ohne Verwandtschaft mit anderen, bekannten Viren. Eine Infektion mit dem Bornavirus tritt fast ausschließlich im Tierreich auf, besonders häufig sind Pferde und Schafe befallen, aber auch Katzen, Hunde, Strauße und Rinder können sich infizieren. Verbreitet wird das Bornavirus primär durch Pferde, doch auch andere, befallene Tiere können als Wirt dienen.
Das Bornavirus wird durch die Schleimhäute der Nase übertragen, die Inkubationszeit kann mehrere Monate betragen. In mehr als 90 Prozent aller Krankheitsfälle führt das Bornavirus innerhalb weniger Wochen bis Monate zum Tod, in Deutschland werden erkrankte Tiere in der Regel getötet um Ansteckungen zu vermeiden. Diagnostiziert wird das Bornavirus über einen Antikörpernachweis in der Gehirnflüssigkeit des Tieres oder im Blut. Vorbeugende Maßnahmen gegen das Bornavirus sind derzeit keine bekannt, es existiert kein Impfstoff und wenn ein Tier aus einer Herde erkrankt, besteht die Gefahr, dass sich alle anderen Herdentiere ebenfalls mit dem Virus infiziert haben.
Da das zentrale Nervensystem durch das Bornavirus angegriffen wird, äußern sich die Symptome überwiegend im Verhalten der erkrankten Tiere. Das erste Symptom ist meist die Absonderung von anderen Tieren, zudem kann es zu aggressiven oder depressiven Verhaltensmustern kommen. Beim weiteren Fortschritt des Bornavirus wird das kranke Tier teilnahmslos, im Endstadium nimmt die Körperbewegung immer weiter ab, es kommt zu häufigen Stürzen und zum Festliegen. Lediglich 10 Prozent der erkrankten Tiere erholen sich von der Bornavirus Infektion vollständig, die anderen sterben binnen kürzester Zeit oder werden getötet. Tritt das Bornavirus in Deutschland auf, muss die Erkrankung dem Veterinäramt gemeldet werden und es erfolgt meist die sofortige Tötung. Vor einigen Jahren gab es einen Impfstoff gegen das Virus, dieser ist allerdings nicht mehr zugelassen.