Bei FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns oder der Gehirnhäute die durch die Ansteckung mit dem FSME-Virus verursacht wird. Übertragen wird dieses Virus durch Stiche von Zecken, die insbesondere im Frühsommer aktiv sind. Die Infizierung mit FSME erfolgt in mehr als 80 Prozent aller Fälle in der Freizeit, beispielsweise bei Wanderungen im Wald oder beim Aufenthalt unter Bäumen wo sehr viele Zecken ihren Lebensraum haben.
Betroffen sind grundsätzlich Menschen jeden Alters, allerdings erkranken Kinder und Menschen über 40 häufiger an FSME als junge Erwachsene. Die Therapie von FSME gestaltet sich recht schwierig, viele Menschen bemerken den Zeckenbiss nicht einmal und somit wird die Diagnose FSME mitunter sehr spät gestellt. Hinzu kommt, dass es bei der FSME Spätfolgen geben kann wie beispielsweise häufige Kopfschmerzen, psychotische Erkrankungen und Störungen der Konzentration. Geschätzte zwei Prozent aller Patienten mit FSME versterben innerhalb weniger Wochen nach der Infektion, es kann aber auch zu einer vollständigen Heilung kommen.
Die Symptomatik von FSME ist in zwei Abschnitte geteilt, die ersten Symptome treten durchschnittlich eine Woche nach dem erfolgten Zeckenbiss auf. Die Symptome im ersten Abschnitt der Erkrankung sind einer Virusgrippe sehr ähnlich, so dass die Diagnose FSME möglicherweise gar nicht gestellt wird. Patienten mit FSME klagen über Fieber, fühlen sich abgeschlagen und müde, leiden unter Gliederschmerzen und Verdauungsstörungen wie Durchfall und Erbrechen. Diese Phase dauert etwa zwei Wochen an und es kommt anschließend zu einem völlig symptomfreien Abschnitt. Aufgrund der Ähnlichkeit mit der Virusgrippe werden oftmals nur die Symptome behandelt und die tatsächliche Diagnose FSME wird nicht gestellt.
Im zweiten Abschnitt der FSME treten die spezifischen Symptome auf, die dann spätestens zur Diagnosestellung führen. Rund ein Viertel aller Betroffenen erkrankt drei bis vier Monate nach dem Zeckenbiss an einer Meningitis, die mit hohem Fieber und starken Kopfschmerzen einher geht. Beim Fortschreiten der Meningitis kommt es zu einer Versteifung des Nackens und zu einer starken Empfindlichkeit auf Licht. Die Hälfte aller FSME-Patienten erleiden zur Hirnhautentzündung noch eine Infektion im Gehirn, die sich mit den gleichen Symptomen wie die Meningitis bemerkbar macht. Bei fortschreitender Entzündung im Gehirn kann es zu Körperlähmungen, Störungen der Sprache, Verhaltensauffälligkeiten und starken Konzentrationsstörungen kommen.
In besonders schweren Fällen tritt neben der Meningitis noch eine Entzündung im Rückenmark auf, die Gefahr einer Lähmung ist hoch und auch die Atmung ist bei den Patienten oftmals beeinträchtigt. Beim Auftreten einer solchen, kombinierten Entzündung von Gehirn und Rückenmark ist oftmals die Behandlung auf einer Intensivstation erforderlich, um ein bestmögliche Versorgung und Überwachung gewährleisten zu können. Die Prognose für die Heilung bei FSME ist unterschiedlich, Kinder leiden meist unter leichteren Formen von FSME und können oft ohne Folgeschäden komplett geheilt werden. Bei älteren Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Krankheit FSME unter Umständen jedoch sogar zum Tod führen, da sich die Entzündung im Gehirn auf das vegetative Nervensystem ausbreiten kann. Zur Vorbeugung von FSME steht eine Impfung zur Verfügung die insbesondere bei Reisen in gefährdete Gebiete oder auch bei Anwohnern aus Riskostädten genutzt werden sollte.