Pocken

Pocken, auch Blattern (lateinisch: Variola) genannt, ist eine hoch ansteckende und lebensgefährliche Infektionskrankheit. Die Viren zählen zur Familie der Proxviridae. Anhand des Erregers unterscheidet man hierbei zwei verschiedene Formen der Krankheit. Es handelt sich zum einen um die echten Pocken und zum anderen um die weissen Pocken. Der Krankheitsverlauf ist bei beiden Formen unterschiedlich. Bei den echten Pocken handelt es sich um die weitaus gefährlichere Variante, die für ein Drittel der Betroffenen zum Tod führt. Die weissen Pocken dagegen sind ungefährlicher.

Wie werden Pocken übertragen

Hauptsächlich wird der Erreger der Pocken durch Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch übertragen. Man spricht hierbei von der sogenannten Tröpfcheninfektion. Beispielsweise werden beim jedem Hustenstoss eines Pocken-Infizierten massenhaft Erreger ausgestossen und von anderen Personen eingeatmet. Eine Ansteckung durch Haut-zu-Haut-Kontakt ist natürlich genauso gut möglich.

Aber auch durch Kleidung und Bettwäsche oder andere Gegenstände, die der Betroffene angefasst oder mit denen er Körperkontakt hatte, kann ebenfalls der Virus schnell und ungehindert auf einen anderen Menschen übertragen werden. An diesen Gegenständen bleiben die Erreger sogar noch monatelang infektiös, deshalb gelten Pocken als so hochgradig ansteckend. Besonders infektiös sind die Erkrankten in der Phase beim Auftreten der ersten Symptome.

Gefahr der Ansteckung

Die Pocken gelten seit einem weltweiten Bekämpfungsprogramm und einer Impfkampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Organisationen als ausgerottet. Die letzte Erkrankung trat vor ungefähr dreissig Jahren in Somalia auf. In Deutschland gab es den letzten Fall 1972 in Hannover. Es besteht keine Impfpflicht mehr.

Offiziell existiert der Pocken-Virus weltweit nur noch in zwei Laboratorien: einmal in den USA und einmal in Russland.
Eine Pockeninfektion kann daher nie völlig ausgeschlossen werden. Denn sollten in einigen Staaten noch Virenbestände behalten worden sein, so könnten durchaus Neuinfektionen durch Laborunfälle oder durch Bioterrorismus auftreten.