Wenn es um Tollwut geht, denken die meisten Menschen zuerst an den Fuchs - schließlich ist er auch einer der Hauptüberträger dieser Krankheit. Tollwut ist auch für den Menschen nicht ungefährlich. Tollwut ist eine Virusinfektion, die schon seit Jahrhunderten bekannt ist. In der Fachsprache wird die Erkrankung als Rabies und Lyssa bezeichnet. Sie wird von sogenannten RNA-Viren übertragen. Die Folgen dieser Erkrankung sind schwerwiegend.
Die Übertragung der Viren erfolgt größtenteils durch den Biss eines infizierten Tieres - dabei handelt es sich meist um Füchse, Marder und Dachse. Möglicherweise sind auch Katzen oder Hunde die Überträger der Viren, wenn sie vorher mit einem infizierten (Wild-)Tier in Kontakt gekommen waren. Der Speichel des infizierten Tieres überträgt die Viren. Diese gelangen dann in die Nervenbahnen und wandern zum Gehirn, wo eine Weitervermehrung stattfindet. Dann verteilen sich die Viren auf Speicheldrüsen und auch die Bauchspeicheldrüse. Dort vermehren sie sich wiederum und können dann mit Körpersekreten, vor allem durch Schweiß und Speichel, wieder weitergegeben werden.
Zwischen Ansteckung und dem Krankheitsausbruch kann ein Zeitraum von wenigen Tagen bis zu acht Wochen vergehen, dann beginnt die Erkankung mit eher leichten Symptomen, u.a. vermehrten Speichelfluss, Schmerzen an der Bissstelle, Schluckstörungen sowie psychischen Problemen, z.B. Angst und Stimmungsschwankungen. Nach und nach kommt es zu Fieber, Kopfschmerzen, dann Krämpfen und schließlich treten Lähmungen auf, die, wenn kein Arzt aufgesucht wird, tödlich enden können. Wann die Krankheit genau ausbricht hängt auch damit zusammen, wie weit die Bissstelle vom Gehirn des Patienten entfernt ist.
Wird direkt nach einem Biss ein Arzt aufgesucht, kann dieser durch eine passive Immunisierung, d.h. durch eine Tollwut-Imfpung, den Ausbruch der Krankheit verhindern. Es gibt auch eine Tollwut-Impfung, die gefährdeten Berufgruppen und Personen empfohlen wird. Eine Meldung von möglicherweise infizierten Tieren beim Gesundheitsamt ist ein Muss! In Deutschland treten jährlich höchstens drei Tollwut-Todesfälle auf; in Asien dagegen tritt die Krankheit weitaus häufiger auf. Eine Infizierung mit Tollwut ist also keineswegs ungefährlich und es sollte bei dem kleinsten Verdacht ein Arzt aufgesucht werden.