Tollwut Krankheitsverlauf

Tollwut Ansteckung

An Tollwut (Lyssa) können Menschen erkranken, wenn sie von einem erkrankten Tier infiziert wurden. Das kann einerseits geschehen durch eine Biss- oder Kratzwunde. Andererseits können bei kleinen Hautwunden, an der Bindehaut des Auges oder in die Mundschleimhaut die Viren ebenfalls eindringen, wenn man beispielsweise kranke Tiere pflegt. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbrechen der ersten Krankheitssymptome der Tollwut kann abhängig sein von der Stärke der Infektion, von der Wundentiefe und von der Infektionsstelle. Liegt diese weiter vom Kopf entfernt, ist die Inkubationszeit bedeutend größer. Diese schwankt zwischen zehn Tagen und sechs bis acht Monaten. Das Virus vermehrt sich bei der Eintrittsstelle, gelangt über das periphere Nervensystem zum Rückenmark und von dort zum Gehirn. Vom zentralen Nervensystem wiederum wandert das Tollwut-Virus zu den Tränen- und Speicheldrüsen.

Vorläuferstadium (Prodromalstadium) Tollwut

Der Erkrankte zeigt unspezifische Symptome wie Fieber, Nackensteifigkeit, Nackenkopfschmerz und Mißempfindungen wie Kribbeln und Brennen an der Biss- oder Kratzstelle.

Erregungsphase (Exzitationsstadium) Tollwut

Der Betroffene bekommt zunehmend mehr Angstsymptome, wird unruhiger und verwirrter, bekommt Halluzinationen und leidet unter Schlaflosigkeit. Es treten vermehrt Krämpfe in der Kehlkopf- und Rachenmuskulatur auf, was das Schlucken deutlich erschwert und zunehmend schmerzhafter wird. Es bildet sich mehr Speichel und dieser kann schlecht geschluckt werden und ist als Schaum vor dem Mund sichtbar. Der Erkrankte wird wechseln aggressiv und depressiv. Auf Geräusche und optische Reize reagiert die betroffene Person mit Krampf- und Wutanfällen, mit Toben, Beißen, schlagen und anderen gewalttätigen Aktionen. Besonders stark sind diese Reaktionen beim Anblick oder Geräuschen von Wasser und Getränken (Hydrophobie).

Lähmungsstadium (Paralysestadium) Tollwut

Im Anschluss an die Erregungsphase kommt der Erkrankte in die „stille" Wut. Die Unruhe und Ängste lassen nach. Es treten Lähmungen bei intaktem Bewusstsein auf. Später fällt die Person ins Koma und verstirbt in relativ kurzer Zeit aufgrund einer Herz- und Atemlähmung.

 

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