Windpocken gehört zu den häufigsten Kinderkrankheiten unserer Zeit und fast jedes Kind im Kindergartenalter bekommt sie. Die Virusinfektion wird durch Tröpfcheninfektion durch die Luft oder durch direkten Kontakt mit den Windpocken selbst weitergereicht. Die Inkubationszeit beträgt 7 bis 21 Tage. Das Kind hat Kopf-, Kreuz- und Gliederschmerzen, Fieber und Ausschlag, der meist am Kopf, im Gesicht oder am Bauch beginnt. Er ist mit unangenehmem Juckreiz verbunden und kann auch die Schleimhäute und Augen befallen. Es sind zunächst rote Flecken, die sich dann in juckende Pusteln und Bläschen verwandeln und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie trocknen während des Krankheitsverlaufes einfach ein und fallen ab.
Manche Kinder klagen weniger über die üblichen Beschwerden und weisen nur den Ausschlag auf. Es ist darauf zu achten, dass sich die Kinder die Windpocken nicht selbst aufkratzen, weil sonst kleine Narben zurückbleiben. Typisch bei Windpocken ist das sogenannte Sternkartenzeichen: Alle Stadien des Ausschlags sind gleichzeitig vorhanden und liefern dem Kinder- oder Hausarzt ein vielgestaltetes Bild auf der Haut des Kindes und somit eine eindeutige Diagnose. Windpocken sind im Zeitraum von circa zwei Tagen vor Ausbruch des Ausschlags bis fünf Tage nach Auftreten der letzten "Pocken" ansteckend. Der behandelnde Arzt verschreibt eine Salbe, welche auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden muss, um ein zügiges Abheilen der Bläschen zu erreichen.
Der Besuch einer Kindertagesstätte ist damit ausgeschlossen und es bedarf der Meldung in der Einrichtung, dass Windpocken diagnostiziert worden sind. Wer die Windpocken einmal hatte, besitzt zu fast 100 Prozent eine lebenslange Immunität. Derselbe Virus kann aber als Zweitinfektion später eine unangenehme Gürtelrose hervorrufen. Meist verläuft die Infektion mit Windpocken ohne große Komplikationen beim Kind. Ab dem ersten Geburtstag ist auch eine Impfung gegen die Varizellen möglich. Informationen dazu erfahren Sie beim Kinderarzt.