Die Informationen zum Thema Virus beginnt mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick und der Entdeckung der Viren.
Bevor die Viren überhaupt entdeckt wurden, war es klar, dass es neben Parasiten und auch Bakterien eine weitere infektiöse Krankheit geben muss. Erstmals die beiden Forscher Löffler und Frosch stellten im Jahr 1897 fest, das diese Krankheit in jedem Fall von der Größe kleiner sein müsste als Bakterien. Dies lies sich daran festmachen, da die Krankheitserreger bakterien dichte Filter passieren konnten. Zudem stellten die beiden Wissenschaftler fest, das die Viren unter einem Lichtmikroskop nicht zu sehen sind. Sie sind ultravisibel. Eine weitere Eigenschaft der Viren konnten Löffler und Frosch herausfinden, indem Sie versuchten die Viren auf einem Nährboden zu züchten, was im Gegensatz zu den Bakterien nicht gelang. Daraus leiteten die beiden Forscher ab das Viren unzüchtbar sind. Basierend auf den neuen Erkenntnissen, das Viren auf Nährboden unzüchtbar sind und auch nicht sichtbar sind, überlegten zahlreiche Forscher an einer Verfeinerung der Vorgehensweise um endlich herauszufinden um welche neuartige Infektionsform es sich handelte.
Das Wort Viren stammt wie man vermutet aus Indien, wo das Wort so viel wie Gift bedeutet. Viren enthalten in der so genannten Wirtszelle Parasiten, welche entweder die so genannte Desoxyribonukleinsäure (DNA) oder die Ribonukleinsäure (RNA). Die Desoxyribonukleinsäure und die Ribonukleinsäure enthalten den ''Bauplan'' für die Virenpartikel, welcher auch als Virion bezeichnet wird. Im Gegensatz zu den Bakterien besitzen Viren keinen eigenen Stoffwechsel und können im Gegensatz zu Bakterien auch keine eigenen Eiweiße selbst herstellen. Viren benötigen zu ihrer Vermehrung nur die sogenannten Organellen, welche sich in der Wirtszelle befinden.
Die Wirtszelle wird von dem Virus umprogrammiert und zur Herstellung einzelner Virusbestandteile genutzt. Die Virusbestandteile einschließlich der Nukleinsäuren (Desoxyribonukleinsäure und Ribonukleinsäure) lagern sich zu einem kompletten Virus zusammen. Ist dieser Vorgang abgeschlossen werden die Viren aus der Wirtszelle geschleust. Viren sind von ihrer Wirtszelle abhängig und veränderbar, was ihre Behandlung deutlich erschwert.
Man kann in der Regel zwischen animalen und Bakterien infizierenden Viren unterscheiden. Bakterien infizierende Viren werden auch als Phagen bezeichnet.
Im Kern des Virus sitzt die Erbinformation, welche eine Kodierung enthält. Diese Kodierung ist in 4 verschiedenen Formen möglich. Zum einen kann eine Kodierung ein- oder doppelsträngige DNA enthalten oder aber auch ein- oder doppelsträngige RNA enthalten. Die Nukleinsäure ist im Kern des Virus in Form eines Fadens vorhanden. Eher selten kann die Nukleinsäure auch andere Formen wie zum Beispiel einen Ring oder die Form eines einzelnen Partikels annehmen. Die Nukleinsäuren sind von einer Proteinhülle umgeben welche auch unter dem Namen Kapsid bekannt ist. Das Kapsid, die Proteinhülle besteht aus vielen Untereinheiten den Kapsomenten, welche sich durch ihre Gleichartigkeit auszeichnen. Die Kapsomere, die Unterteile des Kapsids, bestehen nochmals aus weiteren Proteinen. Das Kapsid, mit der beinhaltenden Nukleinsäure wird auch als Nukleokasid bezeichnet.
Je nach dem, wie die Anordnung der Kapsomernen ist, führt dies zu einer bestimmten, für das Virus typische Form. Zum Beispiel hat eine Erkältung nicht die gleiche Form wie das Aids Virus. Es gibt bei den Viren viele verschiedene Formen. Zum einen kann die Form würfelförmig, schraubenförmig, dreiecksförmig oder fadenförmig sein. Bei wenigen Virustypen steckt das Nukleokapsid in einer weiteren Hülle, welche als Envelope bezeichnet wird. Die Envelope zeichnet sich besonders dadurch aus, das sie an den Wänden Glykoproteine enthält. Diese Fortsätze aus Glykoprotein werden auch Spikes oder Peplomere genannt. Sie haben die Funktion die Haftung an der Wirtszelle zu garantieren. Die Envolope hat auf die Virusvermehrung in der Wirtszelle, keinen direkten Einfluss und bedient sich nur einer Nebenfunktion.
In langen Forschungsarbeiten und Überlegungen versuchte Wissenschaftler, ähnlich wie in der Tier- und Pflanzenwelt Virentypen zu klassifizieren um eine differenziertere Betrachtungsweise anstellen zu können.
Auf Grund der technischen Entwicklung konnten immer mehr verschiedene Merkmale differenziert betrachtet werden und in die Klassifizierung mit einbezogen werden. Im heutigen Zeitalter werden die Virentypen nicht mehr nach Aussehen u.a. klassifizirt, sondern nur noch in Bezug auf physikalische und chemische Gesichtspunkte untersucht. In der Entwicklung, waren besonders die Röntgenstrukturanalyse und die Entschlüsslung des genetischen Kodes ein Meilenstein in der Virusforschung. Erstmals konnten Viren durch diese Methoden klassifiziert werden. Die einfachste Methode dies zu tun war sie nach Erbinformationen zu gliedern, bei denen die Träger entweder Desoxyribonukleinsäure (DNA) oder Ribonukleinsäure (RNA) sind.
Die kleinsten DNA Viren sind die Parvoviridae, welche eine eigenständige DNA als Erbgut besitzen. Die Parvoviridae sind hüllenlos. Die DNA enthält mehrere Gene, in etwas sieben und die Form der DNA ist kubisch.
Unter Viroide versteht man Nukleinsäuren, welche sich besonders durch ihr niedriges Molekulargewicht auszeichnen. Ihre Gestalt ist stäbchenförmig und sie bestehen aus der ringförmigen Ribonukleinsäure. Viroide besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und können sich aus eigener Kraft nicht fortpflanzen, sie benötigen eine Wirtszelle. Die unbelebten Viroide stellen den Bauplan für ein Eiweiß da. Die Viroiden sind noch nicht zu 100% erforscht. Besonders in Bezug auf die Vermehrung in einer infizierten Zelle sind sich die Forscher unschlüssig. Dieser Virenbaustein spielt besonders bei Pflanzenkrankheiten eine Rolle wie zum Beispiel bei der Tomate. Im Gegensatz zu den Pflanzen sind Viroiden Erkrankungen bei Menschen noch nicht aufgetreten und noch nicht bekannt.